tarot


Die historische Entwicklung

 

Das Tarock

Das Tarot entstand aus dem Tarock. Tarot ist das französische Wort für Tarock. Dies ist ein Kartenspiel das aus Italien stammt. Das Wort Tarock ist vom italienischen tarocco abgeleitet. Es ist seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Ursprünglich war es für 3-4 Spieler und hatte meist 78 Karten.
Zum Beispiel das Großtarock wurde auch mit 78 Karten gespielt.
Es gibt aber regionale Arten des Tarocks, wie zum Beispiel das ältere Cego. Dieses Kartenspiel ist heute noch vor allem in Österreich und Süddeutschland verbreitet. Es ist dort seit Mitte des 18. Jahrhunderts bekannt. Es wird mit nur 54 Karten gespielt. Das Cego-Blatt umfasste 21 bildlich gestaltete (z. B. Tiere) und nummerierte Trumpfkarten, das "große Arkana" und die Einzelkarte "Der Narr" (Sküs), sowie das "kleine Arkana" in vier Farben mit unterschiedlich vielen Zahlenkarten.
Eine weitere Art des Tarock ist das in Bayern bekannte Haferltarock. Dieses Spiel hat nur noch wenig mit dem oben genannten Tarock zu tun. Haferltarock wird mit nur 36 Karten und den deutschen Farben von 3 Spielern gespielt. Es ist ein Stich- und Augenspiel, bei dem die Trümpfe bei jedem Spiel wechseln.
Das Tarock hatte im späten 14. Jahrhundert in Frankreich 56 Karten. Später, im 15. Jahrhundert, kamen in Italien 22 Karten hinzu.
Seit dem 19. Jahrhundert ist das Tarockspiel in fast allen Spielregelbüchern zu finden. Doch wird "normales" Tarock heute nur noch in Frankreich und Italien gespielt.
Woher die Abbildungen und die dazugehörigen Deutungen stammen, ist bis heute ungeklärt. Jedoch hatten die Karten schon immer eine symbolische(nicht zu verwechseln mit einer okkultistischen) Bedeutung.

Die Entstehung des Tarot

 

Wie schon oben erwähnt, ist die Herkunft der 22 Trumpfkarten des Tarot wie sie heute zum Wahrsagen genutzt werden, weitgehend ungeklärt. Es gibt viele Theorien. Vermutungen über die Entstehungszeit reichen von den Ägyptern über die Templer bis zu den Zigeunern im 16. Jahrhundert.
Eine These aus dem 18. Jahrhundert vom französischen Autor Court de Gébelin besagt, die Trümpfe seien eine bildliche Darstellung des Buches Toth in dem das geheime Wissen der altägyptischen Priester dargestellt ist. Bei dieser These wird das Wort Tarot mit den ägyptischen Wörtern Tar (der Weg) und Ro (königlich) als königlicher Weg und dem lateinischen Wort Rota (Rad) assoziiert. Das dann als rotierendes Rad der universellen Kräfte interpretiert wurde.
Im 19. Jahrhundert hörte man dann, dass die Karten Elemente der Hindu-Mythologie enthalten sollen. Im 20. Jahrhundert hieß es, dass das Tarot aus der versunkenen Stadt Atlantis stammt.

Die Entstehung aus dem Tarock ist wohl die wissenschaftlichste Erklärung:
Richtige Wissenschaftler, die sich mit der Geschichte der Tarotkarten befasst haben, sehen die obigen Theorien als Märchen an.
Man fand die erste Erwähnung durch den Dominikanermönch Bruder Johannes. Er lebte in der Nähe von Basel und sprach in seinem Tractus de moribus et disciplina humanae conversations von einem Kartenspiel. Das heute gebräuchliche Tarot mit 78 Karten stammt vom Marseille Tarot(auch Venezianisches oder Piemont-Tarot genannt) her. Neben dem Marseille-Tarot gab es noch weitere Spiele mit bis zu 97 Karten. Marseillespiele aus der Mitte des 15. Jahrhunderts sind auch die ältesten erhaltenen vollständigen Tarotspiele. Sie wurden für reiche Mailänder Edelleute angefertigt. Die Bilder auf diesen Spielen sind zu großen Teilen von den "Schauspielern", Symboldarstellungen und Fahnen der damaligen italienischen Straßenfeste. So stellt z. B. Eine 1450 gemalte Karte "Der Magier" den Karnevalskönig so eines Straßenumzugs dar.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts fing man dann an, den Tarotkarten eine mystische, okkultis-tische Bedeutung zuzuschreiben.

 

Der allgemeine Aufbau

Egal von welcher Entstehungstheorie man ausgeht, der wesentliche Aufbau ist immer gleich: Das Tarot das man heutzutage zur Zukunftsvorhersage nutzt, hat 78 Karten. Die Großen Arkana (von lat.= Geheimnisse) beinhaltet 22 Trümpfe. Diese besitzen Eigennamen und werden keiner bestimmten Farbe zugeordnet. Man erkennt die Karten daran, dass sie am Kopf eine Zahl und unten einen Untertitel besitzen. Eine besondere Position nimmt die Karte "Der Narr" ein. Dieser hat entweder keine oder die Nummer 0. Die anderen Karten werden mit römischen Ziffern nummeriert.
Die Kleinen Arkana bestehen aus 56 Karten und sind wiederum in 4 Untergruppen aufgeteilt: Stäbe, Kelche, Schwerter und Pentakel (oder Münzen). Bei der Gestaltung der Bilder gibt es jedoch Unterschiede.

 

 

Das Waite-Tarot

 

Ein heute weit verbreitetes Tarotspiel ist das Albano-Waite-Tarot.
Dieses Tarot hat neu gestaltete Bilder. Sie wurden 1909 von der Malerin Pamela Colman Smith unter der Anleitung von A. E. Waite geschaffen. Da diese Karten im Jugendstil entstanden sind, heben sie sich von den traditionellen Karten ab. Die neuen Karten sind bildlicher gestaltet als die älteren Versionen.
Arthur Edward Waite (1857-1942) war ein gelehrter Esoteriker. Er hatte schon viele Bücher über das Thema Tarot gelesen und einige sogar selbst geschrieben. Waite nannte seine neu entworfenen Karten ein "korrigiertes" Tarot, die er nach seinen eigenen Erfahrungen gestaltet hatte. Er hatte die Meinung, dass seine Bilder die tiefe Bedeutung der Tarotkarten besser wiederspiegeln als die alten. So findet man in der Gestaltung der 22 Trumpfkarten (Große Arkana) einige Unterschiede, der größte aber ist die bildliche Gestaltung der 40 Augenkarten (Kleine Arkana). In früheren Spielen waren diese nur mit Zahlensymbolik gestaltet.
Zuerst erschien diese Tarotversion 1910 im Londoner Verlag "Rider&Co". Deshalb ist es auch als Rider-Tarot oder Rider-Waite-Tarot bekannt.
Die spätere Verbreitung erfolgte in der Hippie-Zeit (den späten 1960er Jahren). Damals 1968 gab Frankie Albano eine lizenzierte Version des Waite-Tarotdecks heraus. Diese Karten sind heute sehr populär.

 

 

Aleister Crowley-Toth Tarot

 

Das Tarotdeck von A. Crowley und Frieda Harris wird auch Toth-Tarot genannt. Die Darstellungen sind gegenüber dem eher schlichten Rider-Waite Tarot beeindruckend.
Aleister Crowley (1875-1947) unterstütze die Theorie, dass die Tarotkarten aus dem alten Ägypten stammen.

 

 

Unterschiede zwischen Crowley- und Waite-Tarot:

 

Karte

Waite

Crowley

0

Der Narr

Der Narr

I

Der Magier

Der Gaukler

II

Die Hohepriesterin

Die Hohepriesterin

III

Die Herrscherin

Die Kaiserin

IV

Der Herrscher

Der Kaiser

V

Der Hierophant

Der Hohepriester

VI

Die Liebenden

Die Liebenden

VII

Der Wagen

Der Wagen

VIII

Kraft

Ausgleichung

IX

Der Eremit

Der Eremit

X

Rad des Schicksals

Glück

XI

Gerechtigkeit

Lust

XII

Der Gehängte

Der Gehängte

XIII

Der Tod

Der Tod

XIV

Mäßigkeit

Kunst

XV

Der Teufel

Der Teufel

XVI

Der Turm

Der Turm

XVII

Der Stern

Der Stern

XVIII

Der Mond

Der Mond

XIX

Die Sonne

Die Sonne

XX

Das Gericht

Das Äon

XXI

Die Welt

Das Universum

 

Golden-Dawn Tarotkarten

Der Ursprung des Golden-Dawn Tarots ist auf den "Order of the Golden Dawn" zurückzuführen. Dieser esoterische Geheimbund benutzte im letzten Jahrhundert Karten, die die Gestaltung vieler jetziger Tarotkarten beeinflusste. Dennoch wurden diese Karten nie kommerziell hergestellt. Später, kurz vor dem 1. Weltkrieg, brachte Dr. Felkin eine veränderte Fassung der Golden-Dawn Karten heraus. Diese wurden aber vom amerikanischen Künstler Robert Wang gestaltet. Dadurch verbreiteten sich auch diese Karten, da sie nun käuflich waren und sind heute unter dem Namen "Golden-Dawn-Karten" bekannt.

 

 

Weitere Tarotkarten

  • Marseille-Tarot
  • Prager Tarot
  • Zigeuner Tarot
  • Kabbalistisches Tarot
  • Altägyptisches Tarot
  • I-Ching Tarot
  • Neuzeit Tarot
  • Tarot der Hexen

 

 

Deutung der Karten

 

Die 22 Großen Arkana(=Geheimnisse)

 

Da die heutigen Tarotkarten bildlich gestaltet sind, ist ihre Deutung um einiges leichter geworden als vor 100 Jahren. Die Bilder sind so gestaltet, dass sie den Betrachter bewusst und unterbewusst ansprechen. Man sollte sich deswegen auch nicht stur auf die vorgegebenen Deutungen verlassen und sich lieber selber Gedanken über die Bedeutung machen. Am Besten man lässt die Bilder etwas auf sich wirken und liest dann erst nach.
Die Trumpfkarten sind an der Zahl am Kopfende und dem Titel am unteren Ende zu erkennen. Diese 22 Karten stellen Leitbilder dar, die aktuelle Botschaften bereithalten. Jede der Karten zu beschreiben würde jetzt etliche Seiten füllen, deshalb beschränke ich mich hier
auf ein Beispiel von den 22 Karten der Großen Arkana:

 


Waite Tarotkarte 16: Der Turm

Auf der Karte wird ein Turm dargestellt, der von einem Blitz getroffen und dadurch zerstört wird. Aus dem Turm werden 2 Menschen geschleudert. Die Spitze des Turms erinnert an eine Krone. Einer der herunterstürzenden Menschen trägt ebenfalls eine Krone.
Die Zerstörung des Turms symbolisiert auch gleichzeitig die Zerstörung von etwas. Wovon hängt sehr stark von der gestellten Frage und den Hintergründen ab. Eine Erklärung wäre zum Beispiel die Zerstörung einer falschen Einstellung oder falscher Wertvorstellungen und Denkweisen. Die starken Mauern mit denen man sich vielleicht "eingemauert" hat, werden durch ein plötzliches Ereignis(Blitz) zerstört. Das Alte wird zerstört und man wird ins Neue gedrängt. Die Karte stellt eine starke Erschütterung des Althergebrachten dar. Man wird so aber auch vor zu großer Überheblichkeit gewarnt werden.
Im Großen und Ganzen steht die Karte also für Kampf, Verlust (von Geld oder Besitz), Streit oder sogar für Unfälle.

 

 

Die 56 Kleinen Arkana(=Geheimnisse)

 

 

Die Karten der Kleinen Arkana sind 56 in 4 Bereiche geteilte Karten, wobei jeder Bereich einem klassischem Element zugeteilt wird.
Die
Stäbe werden mit dem Element Feuer verbunden. Wille, Lebensenergie, -freude und Selbstbehauptung, Kreativität, Schaffenskraft und Wachstum. Die Stäbekarten handeln von Taten, Verwirklichung und Macht. Außerdem werden mit den Stäben die Tierkreiszeichen Widder, Löwe und Schütze.
Die
Kelche stehen für das Element Wasser. Man assoziiert damit das Innenleben, das Unbewusste und die Seele. Dies ist die Welt der Gefühle, der inneren Stimme aber auch Freude, Trauer und Erfüllung. Die Karten handeln vom Wissen und vom Sinn und Bedeutung. Die Tierkreiszeichen die mit den Kelchkarten verbunden werden sind Krebs, Skorpion und Fische.
Die
Schwerter vertreten das Element Luft. Mit ihnen verbindet man geistige Energie, Geist, das Bewusstsein und Wissen. Schwerter bedeuten Erkenntnisse, Entscheidungen und Gedanken also handeln von der bewussten Wahrnehmung. Man verbindet damit auch die Freiheit und das Selbst. Die Tierkreiszeichen sind Waage, Wassermann und Zwillinge.
Die
Pentakel symbolisieren das Element Erde. Diese Tarotkarten stehen die körperliche Seite und die praktischen Fähigkeiten bzw. Talente. In dieser Betrachtung stehen die Fakten, Wahrnehmung und Sicherheit im Vordergrund. Es gehören die Sternzeichen Steinbock, Stier und Jungfrau dazu.

 


Waite Tarotkarte: Schwerter 3

 

Die Schwerter 3 ist eine Karte, die schnell missverstanden werden kann. Man könnte meinen, dass es sich hier um Herzschmerz und Kummer handelt. Tatsächlich weist die Karte auf eine Berührung von Schwert (=Geist) und Herz hin. Das kann bedeuten, dass eine traurige Wahrheit ans Licht kommt und dies ist natürlich sehr schmerzhaft. Doch manchmal ist dies notwendig um zu erkennen, dass man selbst jemandem etwas vorgemacht oder dass einem etwas vorgemacht wurde. Nun kann man seine Sorgen und Sehnsüchte ausdrücken und bearbeiten. Man sollte sich jetzt entscheiden was einem wichtig ist, was "einem am Herzen liegt". Danach sollte man seine Entscheidungen treffen.

 

 

Gründe für die heutige weite Verbreitung der Tarotkarten

 

Wenn man heute das Wort "Kartenlegen" hört, denkt so manch einer an das geheimnisvolle Jahrmarktszelt mit einer Wahrsagerin darin, die in eine Kristallkugel sieht und einem die Karten legt. Heutzutage gibt es Tarotkarten in jeder Buchhandlung. Und da das Geheimnisvolle die Menschen schon von Anbeginn der Zeiten faszinierte, ist es ja kaum verwunderlich, dass man sich von diesen Karten angezogen fühlt. Also könnte es daran liegen, dass die Menschen abergläubischer geworden sind.
Die große Beliebtheit dieser Art der Zukunftsvorhersage und Entscheidungshilfe ist vielleicht auch so beliebt, weil man sich selbstständig mit den Karten beschäftigen kann. Die Bilder sind außerdem sehr ansprechend und leichter interpretierbarer geworden. Heute gibt wegen der Beliebtheit des Tarots viele verschiedene Decks. Man kann sich eines nach seinem Geschmack aussuchen. Tarotkartenlegen und -interpretieren ist etwas was nicht jeder kann. So sind Tarotkarten in dieser Einheitswelt ein Stück Individualität.

 

 

 

http://www.gymnasium-pasewalk.de/fachbereiche/informatik/schuelerarbeiten/2000/hase/inhalt.html

 

 

 

 

 



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